22.05.2012 von André Kunze

Zunehmend gefragt - eine Analyse zur Kommunikation in der Cloud

Das Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) hat analysiert, wie aufgeschlossen deutsche Unternehmen für den Einsatz von Communication und Collaboration aus der Cloud heute tatsächlich sind. Die unter anderem vom Versatel-Partner Siemens Enterprise Communications mitfinanzierte Studie  zur Cloud zeigt, dass die Kommunikation aus der Wolke tatsächlich weiter auf dem Vormarsch ist. Befragt wurden im ersten Quartal dieses Jahres 203 ITK-Verantwortliche in deutschen Unternehmen, die mindestens 20 Mitarbeiter zählen.

Die Studie zeigt: Gering ist die Zahl der Cloud-Nutzer längst nicht mehr. Allerdings stießen die Analysten auf ganz klare Schwerpunkte, wo der Cloud-Einsatz quasi „en vogue“ ist, während anderswo eher noch Skepsis vorherrscht. So kommt bei der webbasierten Zusammenarbeit und bei Web- und Videoconferencing schon heute jede vierte Anwendung aus der Wolke. Und jedes fünfte Unternehmen hält es für wahrscheinlich, in den nächsten zwei Jahren solche Anwendungen aus der Cloud zu beziehen. Bei Basisanwendungen wie der Telefonie und der E-Mail-Nutzung dominiert dagegen bislang der Eigenbetrieb. Cloud-Dienste spielen hier bislang nur eine marginale Rolle. Als Alternative zu Eigenbetrieb oder Cloud-Lösung haben sich bei Telefonanlagen hingegen Managed Services etabliert, die laut der PAC-Studie heute von rund 15 Prozent der Anwender genutzt werden.

Haben Unternehmen den Weg in die Wolke allerdings erst einmal eingeschlagen, stellen sie der Untersuchung zufolge schnell fest, dass dieser Schritt nicht verkehrt war: So sind die Anwender Cloud-basierter Lösungen für Web- und Videoconferencing weitaus zufriedener mit der Flexibilität und Skalierbarkeit, den Möglichkeiten der mobilen Nutzung und den Administrationsmöglichkeiten als andere Unternehmen, die auf alternative Betriebsmodelle setzen.

Ein heißes Eisen ist für viele Firmen nach wie vor der Faktor Sicherheit: So ist laut PAC für 70 Prozent der Anwender der Verbleib von Verzeichnissen mit sensiblen Daten im Unternehmen ein absolutes Muss. Circa 60 Prozent bestehen darauf, dass sich das Rechenzentrum des Cloud-Providers in Deutschland befindet. Als Barriere für die Nutzung von Cloud-Lösungen sehen die PAC-Analysten die Scheu vieler ITK-Verantwortlicher, durch den Einsatz solcher Lösungen stärker abhängig von der Verfügbarkeit des Internets zu werden. Rechtliche Gründe und den Datenschutz nennen die Verantwortlichen ebenfalls als Hemmnisse. Diese generellen Vorbehalte gegenüber Cloud Computing kommen insbesondere bei Basisanwendungen wie Telefonie und E-Mail zum Tragen.

Unter dem Strich wird deutlich, dass das Thema Cloud Computing weitaus mehr ist als ein bloßes Modethema. Ganz einig sind sich die deutschen Firmen allerdings noch nicht: 40 Prozent der befragten Firmenvertreter stehen der Cloud generell aufgeschlossen und interessiert gegenüber, während fast 30 Prozent eine kritische und ablehnende Haltung einnehmen. Deutlich wurde im Rahmen der Untersuchung auch, dass vor allem ganz kleine und eher große Unternehmen gegenüber Cloud Computing positiv eingestellt sind. Betriebe mittlerer Größe sind hingegen häufiger zurückhaltend bis skeptisch eingestellt, wobei – blickt man auf den klassischen Mittelstand mit 100 bis 500 Mitarbeitern – auch hier knapp ein Drittel (29 %) eine aufgeschlossene Haltung gegenüber der Cloud-Techik einnimmt. Die Cloud ist also zunehmend gefragt, kann sich allerdings noch nicht überall durchsetzen. Die Wolke wird sicherlich auch langfristig nicht die vorherrschende Nutzungsart im Bereich der Kommunikationstechnologien sein, gewinnt aber an Boden.

 

((Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de))

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