08.05.2013 von Jana Wessel

www.gibt-es-nicht....

Einer aktuellen Untersuchung zufolge besitzt noch immer fast jedes fünfte Unternehmen in Deutschland keine eigene Homepage. Dabei ist es inzwischen nahezu unmöglich, das Internet einfach zu ignorieren. Zudem wird eine wertvolle Chance vergeben, mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten.

Zugegeben: Das World Wide Web ist alles in allem noch eine ganz junge Technologie. Gerade einmal 20 Jahre sind vergangen, seit am 30. April 1993 das „WWW“ an den Start ging. Würden wir nicht über das Internet, sondern über die Erfindung des Telefons sprechen, wären wir quasi erst auf dem Stand des Jahres 1897 angelangt.

Dennoch lässt sich wohl nicht leugnen, dass das Netz – privat und beruflich – bei der großen Mehrheit der Menschen längst alltäglich geworden ist. Der Blick ins World Wide Web mit dem PC, Notebook oder Smartphone ist für viele so normal, wie mit dem Auto zu fahren oder im Supermarkt einzukaufen.

Um so erstaunlicher mutet an, was das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, der Suchmaschinenanbieter Google und der ITK-Branchenverband Bitkom in einer gemeinsamen Untersuchung herausgefunden haben, die auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat basiert: Im Schnitt 18 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, keine Homepage zu besitzen. Dabei variieren die Zahlen stark je nach Betriebsgröße: Vier Prozent der Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten sind noch nicht im Web vertreten. Bei den kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern ist die Visitenkarte im Internet hingegen längst kein Standard: Nicht einmal jeder zweite Betrieb (45 Prozent) verfügt über eine Internetpräsenz.

Beim Blick auf die einzelnen Branchen fällt auf, dass beispielsweise die Gastronomie und Hoteliers auf Web-Besucher sehr gut vorbereitet sind. Hier verfügen 98 Prozent der Anbieter über eine eigene Seite. Ausgerechnet im Handel verzichten hingegen rund 16 Prozent auf die eigene Vorstellung im World Wide Web.

Natürlich kann man die Auffassung vertreten, dass nicht jeder kleine Zeitungskiosk oder jeder Blumenladen im Internet vertreten sein muss. Dennoch kommen womöglich mehr Kunden ins Geschäft, wenn sie nachsehen können, wie lange der Kiosk abends geöffnet hat und ob es auch am Sonntag Blumen zu kaufen gibt. Ein kleiner Webauftritt mit solchen Basis-Angaben erfordert weder hohe Investitionen, noch eine regelmäßige, zeitaufwendige Aktualisierung der Seite. Auch der Bitkom hat zu dieser Art der Zurückhaltung eine klare Meinung: „Wer auf seine Visitenkarte im Netz verzichtet, verschenkt die Chance, sich seinen Kunden zu präsentierten und vor allem neue Kunden zu gewinnen“.

Kurzsichtig ist die Zurückhaltung darüber hinaus, weil man als Unternehmen früher oder später auch dann im Netz landet, wenn man gar nicht aktiv vertreten ist. Auf Social Media- oder Bewertungsplattformen kann man tagtäglich nachlesen, ob ein Kunde zufrieden oder unzufrieden war. Wer erst zu diesem Zeitpunkt damit anfängt, sich mit dem Web auseinander zu setzen, hat das eigene Geschäft bereits geschädigt.

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