18.06.2018 von Anna Lottner

Vier Fragen an Stefan Kondmann: Gigabit-Geschwindigkeiten für eine moderne Verwaltung

Der digitale Wandel ist im vollen Gange – auch im öffentlichen Sektor. Neue Technologien und Systeme wie beispielsweise die eAkte, eRechnung oder digitales Dokumentenmanagement sorgen für einen direkten Mehrbedarf an Flexibilität und Bandbreite für Verwaltungsnetz-Anbindungen. Zukünftig werden nur noch echte Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude den steigenden Bandbreitenbedarf im öffentlichen Sektor decken können. Doch der Zugang zu hochperformanter Glasfaser ist in Deutschland noch lange keine Selbstverständlichkeit: Mit einer Glasfaserabdeckung von gerade einmal rund sieben Prozent ist Deutschland derzeit weit von einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur entfernt. Höchste Zeit hier aktiv zu werden, sagt Stefan Kondmann, Vertriebsleiter Bund und Länder bei 1&1 Versatel. Was auf dem Weg in eine moderne Verwaltung in den nächsten Jahren noch passieren muss und wie 1&1 Versatel die Kommunen beim Glasfaserausbau unterstützt, erklärt Stefan Kondmann im Gespräch.

Der Bandbreitenbedarf ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen und wird weiter ansteigen. Auch der öffentliche Sektor ist auf deutlich höhere Bandbreiten angewiesen: Was ist hier der Treiber?

Der öffentliche Sektor galt in der Vergangenheit regelrecht als digitalisierungsscheu, doch die Digitalisierung macht auch vor dem Verwaltungsarbeitsplatz nicht halt. Ganz im Gegenteil: Der hier lange herrschende Digitalisierungsstau fängt an sich aufzulösen – neue Technologien und Systeme kommen zum Einsatz wie z. B. die eAkte, die eRechnung, standortübergreifende Vernetzung oder aber digitalisiertes Dokumentenmanagement. Hinzu kommt, dass sich die Verwaltungskommunikation selbst in den letzten Jahren stark gewandelt hat: E-Mail, Internetzugriffe und -anwendungen sowie Telefonie realisiert über Voice over IP-Telefonie werden immer aktiver an den Arbeitsplätzen in der Verwaltung genutzt. Diese Entwicklungen haben den Bandbreitenbedarf des öffentlichen Sektors in den vergangenen Jahren extrem in Höhe getrieben und der Bedarf wird weiter ansteigen. Bereits mittelfristig – wir sprechen hier von einem Zeithorizont von wenigen Jahren – werden einzig Glasfaser-Gebäudeanschlüsse (Fibre to the Home/Building – FTTB/H) die steigenden Bedarfe decken können. Insgesamt gilt deshalb im Public-Sektor das Motto „Vorfahrt für Glasfaser“, denn so werden kommunale Netzte zukunftssicher – im Hinblick auf Geschwindigkeit und Flexibilität sowie unter Einhaltung höchster IT-Security-Standards.

Mit einer Glasfaserabdeckung von unter zehn Prozent ist Deutschland derzeit noch weit von einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur entfernt. Was muss passieren, damit dieser Rückstand schnell aufgeholt werden kann?

In den vergangenen Jahren ist das Thema Breitbandausbau immer stärker in den Fokus gerückt: Alle relevanten Akteure haben erkannt, wie wichtig eine Gigabit-fähig Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist und sich den Glasfaserausbau auf die Fahne geschrieben. Eine breite Allianz in Politik und Wirtschaft fordert bis 2025 ein flächendeckendes Gigabit-Netz zu schaffen. Zudem wurde der Breitbandausbau von der Großen Koalition klar als Fokusthema erkannt- gleiches zeigt sich auf Landesebene und in den Kommunen. Das ist eine wichtige Entwicklung, doch wenn es gelingen soll Deutschland flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen, muss nachhaltiger und vernetzter gedacht werden als bisher. Kommunen und Infrastrukturanbieter müssen an einem Strang ziehen und den Aufbau eines Gigabitnetzes im Schulterschluss vorantreiben. 1&1 Versatel setzt deshalb beim Glasfaserausbau an verschiedenen Punkten an, um Kräfte zu bündeln und vorhandene Potenziale zusammenzuführen.

Kräfte bündeln und vorhandene Potenziale zusammenführen – können Sie das noch etwas genauer ausführen?

1&1 Versatel erweitert als Infrastrukturanbieter und Geschäftskundenspezialist unter anderem durch den Bau von (Groß-)Kundennetzen die vorhandenen Glasfaserstrecken - z. B. für das Land Schleswig-Holstein oder die IHK Gesellschaft für Informationsverarbeitung. Dadurch leisten wir einen Beitrag, die öffentliche Verwaltung mit hochperformanter Glasfasertechnologie Gigabit-fähig zu machen. Zudem betreut und betreibt 1&1 Versatel Breitbandinfrastrukturen für die öffentliche Hand, so z.B. das Kommunalnetz in Rheinland-Pfalz sowie künftig auch in Baden-Württemberg. Seit 2015 erschließen wir außerdem systematisch Gewerbegebiete im gesamten Bundesgebiet und binden diese an unser Glasfasernetz an. Dies geschieht stets in enger Kooperation mit Kommunen, lokalen Wirtschaftsförderungen und Breitbandbeauftragten. Von unserer Gewerbegebietsinitiative profitieren bereits Unternehmen in über 100 Gewerbegebieten. Darüber hinaus haben wir für Kommunen und kommunale Anbieter, die im Bereich Telekommunikation aktiv werden wollen, verschiedene Kooperationsmodelle entwickelt, um vorhandene passive Glasfaserinfrastruktur optimal zu nutzen bzw. Gigabitinfrastrukturen auf- und auszubauen.

1&1 Versatel hat als einer der ersten Telekommunikationsanbieter den Schulterschluss mit den Kommunen und kommunalen Anbietern gesucht – ein Beispiel dafür sind auch die von Ihnen bereits angesprochenen Kooperationsmodelle. Welche Vorteile sieht 1&1 Versatel darin?

Wie bereits gesagt, sind wir überzeugt davon, dass der flächendeckende Glasfaserausbau nur gemeinsam gelingen kann. Wenn jeder seine Kernkompetenz einbringt, können Synergien geschaffen werden und jeder vom Wissen des anderen profitieren. So auch bei den von uns geschlossenen Kooperationen: Kommunen und kommunale Anbieter, die im Besitz von passiver Glasfaserinfrastruktur sind, mangelt es häufig an Know-how und Erfahrung, um die vorhandenen Potenziale voll auszuschöpfen. Die von uns entwickelten Kooperationsmodelle ermöglichen eine Zusammenarbeit bei der Vermarktung, Servicediensten, dem Netzbetrieb aktiver Komponenten und dem Betrieb passiver Infrastruktur – je nachdem, welche Marktrolle der kommunale Partner anstrebt. 1&1 Versatel liefert Betriebs-Know-how, Produkte und Netzauslastung und kann so flexibel die jeweilige Ausbaustrategie bedienen. Davon profitieren alle Seiten. Zur Vergrößerung unseres Glasfasernetzes haben wir außerdem eine Open Access Plattform entwickelt, die den Zusammenschluss verschiedener Carrier, beispielsweise Stadtnetzbetreiber, ermöglicht. So können bereits vorhandene Netze noch besser ausgelastet und bestehende Glasfaser-Hausanschlüsse an die 1&1-Infrastruktur angebunden werden.

All das zeigt, wie viel man gemeinsam erreichen kann. Der Aufbau einer leistungsfähigen Glasfaserinfrastruktur ist ein volkswirtschaftliches Muss – für Unternehmen und für eine moderne, digitale Verwaltung. Wir müssen jetzt gemeinsam aktiv werden und die Weichen für eine digitale Zukunft stellen!


Auf dem Zukunftskongress Staat und Verwaltung (18. bis 20. Juni 2018 in Berlin) spricht Stefan Kondmann in der Arena der Lösungen am 19. Juni 2018 zum Thema: Neue kommunale Netze, z.B. in Rheinland-Pfalz.

Weitere Informationen für öffentliche Einrichtungen und Verwaltungen finden Sie auf unserer Infoseite. Zudem steht Stefan Kondmann, Vertriebsleiter Bund und Länder bei 1&1 Versatel, Interessenten für Rückfragen unter 089 95465300 und Stefan.Kondmann@versatel.de jederzeit gern zur Verfügung.

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.