26.02.2013 von Stefan Huefken

Was bringt der Mobile World Congress 2013?

Den Veranstaltern des Mobile World Congress (26. bis 28. Februar) ist es mit dem Messetermin kurz vor der CeBIT in Hannover gelungen, viele Premieren nach Spanien zu locken. Dabei ist die Veranstaltung in Barcelona tatsächlich eine reine Fachmesse: Eintrittspreise ab 600 Euro schrecken „Otto Normalverbraucher“ ab. Dennoch können die 1.700 Aussteller mit rund 70.000 Besuchern rechnen.

Das Medieninteresse richtet sich bei der Veranstaltung im frühlingshaften Katalonien alljährlich auf Handy-Neuheiten. Auch diesmal wird mit zahlreichen Novitäten gerechnet, darunter das LG Optimus G Pro, die Sony-Modelle Xperia Z und ZL, Huaweis Ascend D2 und ZTEs Grand S. Die medialen Blicke auf sich ziehen wird auch Samsung mit dem neuen Galaxy S4. Auffällig ist, dass die meisten Hersteller weiterhin auf größere Displays setzen, obwohl schon jetzt so manche Jacken- oder Hosentasche strapaziert wird. Punkten wollen die Anbieter zudem mit noch leistungsstärkeren Kameras im Smartphone. Einige Highend-Modelle werden voraussichtlich mit 13 Megapixeln aufwarten und damit so manche Kleinbildkamera in den Schatten stellen.

Doch auch wenn (fast) alle TV-Kameras und Mikrofone auf die neueste Smartphone-Generation gerichtet sind: Abseits der Showbühnen ist der Mobile World Congress tatsächlich eine Fachveranstaltung, bei der es um professionelle Plattformen und Kommunikationslösungen der nahen Zukunft geht. Ein ganz wichtiges Thema wird hier beispielsweise das Internet der Dinge und die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) sein. Beide Technologien werden die Industrieproduktion, aber auch die Gesellschaft insgesamt in den nächsten Jahren spürbar verändern. Wir werden komplette Produkte ausdrucken können und durch moderne M2M-Lösungen beispielsweise die Sicherheit bei Lebensmitteln verbessern können.

Mobile Wallet-Plattformen, die in Spanien ebenfalls vorgestellt werden, ermöglichen die Einführung mobiler Bezahldienste und dazu passender Abrechnungssysteme. Damit wird das Mobiltelefon oder Smartphone zur elektronischen Brieftasche, was einerseits neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet und andererseits komfortableres Bezahlen von kleinen Geldbeträgen für den Endverbraucher verspricht. 

Auch wenn die vierte Mobilfunkgeneration LTE derzeit noch nicht flächendeckend verfügbar ist, arbeiten die Technikexperten der Netzbetreiber schon an der Weiterentwicklung namens LTE Advanced. Ziel ist es, noch höhere Daten-Kapazitäten, schnellere Übertragungsraten und bessere Netzabdeckungen zu erreichen. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sollen um das Zehnfache wachsen. Ganz aktuell wird man in Barcelona auch mehr dazu erfahren, wie die heutigen LTE-Netze auch für die Sprachübertragung genutzt werden können. Dies war bislang nicht möglich, steht aber unter dem Stichwort Voice over LTE kurz vor der Markteinführung. Eine große Herausforderung war dabei, einen reibungslosen Übergang (Handover) von 3G-/4G-Mobilfunknetzen auf die LTE-Verbindungen und umgekehrt zu erreichen. Diese Hürde ist nun genommen.

Neue Lösungen zur Vernetzung von Firmenstandorten werden in Barcelona ebenfalls vorgestellt. So zeigt Ericsson eine neuartige Lösung, die auf Basis von Richtfunk ohne die dabei bislang notwendige Sichtverbindungen Standorte vernetzt.

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