13.06.2012 von Andreas Fischer

LTE als schärfster Konkurrent des Festnetzanbieters?

LTE ist die Weiterentwicklung der bisherigen Mobilfunkstandards – was sich so profan anhört, wird voraussichtlich eine kleine Revolution auslösen. Denn in der Vergangenheit hat sich Mobilfunk fast ausschließlich auf die Sprache bezogen und bereits das war  vor wenigen Jahren noch bahnbrechend. Denn plötzlich waren alle Menschen in der Lage, ihr Kommunikationsverhalten komplett zu verändern und überall erreichbar zu sein.

Im Zuge der Weiterentwicklung von mobilen Anwendungen braucht man jetzt höhere Bandbreiten. LTE verspricht dabei zu helfen, auch die Datenkommunikation allerorts in hervorragender Qualität zu erlauben. Doch wie schaffe ich es tatsächlich, auf einer Luftschnittstelle hohe Bandbreiten bereitzustellen? Das ist eine große Herausforderung, die die Mobilfunkbetreiber nicht allein stemmen können. Denn diese Unternehmen haben in der Vergangenheit insbesondere im Sprachbereich immer sehr kostengünstige Netze aufgebaut und selbst die Sprache noch um ein Vielfaches komprimiert. LTE geht nicht mit 64 Kilobit  oder weniger zum Endgerät sondern mit bis zu 100 oder höheren Bandbreiten. Das muss auch in Hochzeiten reibungslos funktionieren. Diese Daten müssen von der Luftschnittstelle abgeführt werden. Hier benötigt man entsprechende Glasfaser als Zuspieler für die Mobilfunkunternehmen.

Der entscheidende Treiber für die hohen mobilen Bandbreiten war Apple. Das Unternehmen kommt aus einem ganz klassischen Computerbereich und setzt auf einem Telekommunikationsnetz schlicht auf – sieht es sozusagen als gegeben an. Das setzt Mobilfunkbetreiber enorm unter Druck, ständig verfügbare Netze bereitstellen zu müssen. Und deswegen kommt Bewegung in den Markt. Ich gehe davon aus, dass LTE in den nächsten Jahren auch die Technologie sein wird, die den Bandbreitenbedarf extrem nach oben bringt.  Und zum Transport dieser Daten braucht es Glasfaser. Weil wir in der Vergangenheit die eigene Infrastruktur ausgebaut und dann auch anderen zur Verfügung gestellt haben, konnten wir uns mit dem sich einstellenden Erfolg und allen aus diesem Bereich erzielten Erträgen weiterentwickeln und unseren Netzausbau weiter vorantreiben. Wir besetzten den Teil des Marktes, der mit geringen Risiken behaftet ist, aber extrem viel Potenzial hat. Mit dieser Strategie haben wir viele Konkurrenten hinter uns gelassen, von denen wir vor zehn Jahren noch belächelt wurden. Damals gab es Spruch „Wer buddelt, verliert“. Damals haben viele Firmen lediglich den schnellen Erfolg gesucht und nicht in Infrastruktur investiert. Viele davon sind nicht mehr auf dem Markt. Zudem zeigt sich jetzt, dass der Ausbau der Infrastruktur etwas ist, was die Grundlage für unsere moderne Gesellschaft ist und damit einer Nachhaltigkeit bedarf. Etwas, was viele unterschätzen und woran auch einige Große bereits gescheitert sind.

 

((Bildquelle: Martin Berk / pixelio.de))

   

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.