22.05.2013 von Jana Wessel

Komplette DVD in zwei Sekunden

Optoelektroniker der Universität Duisburg-Essen haben kürzlich eine neue Möglichkeit der drahtlosen Datenübertragung vorgestellt. Der Funksender iPHOS schafft Datenraten von mehr als 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Um größere Distanzen zu überbrücken, ist das Zusammenspiel mit Glasfaserleitungen gefragt.

Allerdings geht es den Erfindern primär gar nicht darum, dem einzelnen Nutzer unglaubliche Geschwindigkeitsrekorde zu bescheren, sondern Antworten darauf zu geben, wie man künftig die rasant wachsenden Datenmengen bewältigt, die drahtlos übertragen werden. Um mit dieser Entwicklung klar zu kommen, wird an verschiedenen Möglichkeiten geforscht, die Kapazität drahtloser Verbindungen weiter zu erhöhen. So haben die Optoelektroniker der Universität Duisburg-Essen Mitte Mai 2013 auf der Messe »Laser World of Photonics« in München gezeigt, was ihnen zu diesem Thema eingefallen ist.

Das Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) stellte das europäische Projekt iPHOS vor, in dem Funksender für ultraschnelle Glasfasernetze entwickelt werden. Konkret demonstrierten die Wissenschaftler die Zukunftstechnik in einem Szenario, bei dem es auf jede Sekunde ankommt: dem Flugzeug-Gate. Standzeiten an Airports sind bekanntlich teuer – die Fluglinie verdient nur dann, wenn der Jet unterwegs ist. Während ein Passagierflugzeug an einem Großflughafen neu betankt und beladen wird, findet parallel auch ein Datenaustausch statt. Aktuelle Wetterinformationen, die neuesten Daten zur Flugroute und neue Videofilme für das Entertainment an Bord müssen ins Flugzeug – und das so schnell wie möglich.

Die Lösung: eine drahtlose Datenverbindung zwischen dem Terminal und dem Flugzeug, die eine sehr hohe Datenrate bietet. Das Modul kann dabei an das ultraschnelle Glasfasernetz des Flughafens angebunden werden – kosteneffizient und mit einem niedrigen Energieverbrauch. Es funktioniert durch optische Chips, die an der Universität Duisburg-Essen entwickelt wurden.

iPHOS schafft eine schnelle Funkstrecke mit Datenraten von mehr als 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – das ist etwa zehnmal schneller als der neue Mobilfunkstandard LTE. Damit soll es längst nicht genug sein: Geforscht wird gemeinsam mit drei weiteren Fachgebieten der Uni an Funksendern, die 100.000 Mbit/s und mehr schaffen. Ziel ist es jedoch nicht unbedingt, eines Tages einzelne Nutzer mit derart rasanten Datenraten zu versorgen. Vielmehr sollen mehrere tausend Nutzer gleichzeitig von derart schnellen Verbindungen profitieren können – am Ende steht dann jedem Nutzer schnelles Internet mit bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung. Damit sind wir dann von der heutigen Realität gar nicht so weit entfernt.

Bildquelle: Funksender iPHOS mit trichterförmiger Hornantenne und Glasfaserleitung. (Foto: Universität Duisburg-Essen)

 

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.