30.01.2012 von Matthias Damerow

Kommunen setzen auf neue Kommunikationskanäle

Der Amtsschimmel mag zwar noch nicht gänzlich ausgestorben sein, doch kommunale Behörden und Verwaltungen positionieren sich heute vielerorts als moderne und flexible Dienstleistungszentren. Telefonisch, über Webseiten und zunehmend sogar mittels Smartphone-App wird immer mehr Service geboten. Für einen effizienten Bürgerdialog sind aber nicht nur pfiffige Apps gefragt – auch leistungsfähige, stabile Netze gehören dazu.

Es ist noch gar nicht lange her, als jede Behördenangelegenheit dem Bürger eine Geduldsprobe abverlangte: Anträge konnten nur schriftlich eingereicht werden. Wer bei der Stadtverwaltung etwas persönlich klären musste, konnte sich getrost auf lange Wartezeiten in dunklen Bürofluren einrichten. Auf Anhieb den richtigen Ansprechpartner zu finden, war geradezu ein Glücksfall.
Heute präsentieren sich zahlreiche Kommunen als moderne Dienstleistungszentren, die dem Bürger (und Steuerzahler) das Leben nicht unnötig schwer machen wollen. Die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner übernehmen vielerorts geschulte Call Center-Mitarbeiter oder der Bürger erhält im Internet alle wichtigen Infos. Termine lassen sich meist telefonisch oder online vereinbaren. Selbst die einfache und bequeme Kontaktaufnahe via Smartphone-Programm ist in immer mehr Kommunen möglich. Motto: Bürger-App statt Bürger-Schreck.
Geschuldet ist die teils wesentlich verbesserte Bürgernähe vorwiegend der Anforderung, sparsam zu haushalten und effizient zu arbeiten. Neben dem Spardruck ist nicht zu übersehen, dass es unter den Städten und Gemeinden zudem einen Wettbewerb um potenzielle Investoren, aber auch um Neubürger gibt. Unübersehbar ist schließlich, dass nach der Landflucht in den 1970er bis 1990er Jahren heute attraktive Städte wieder einen Einwohnerzuwachs verzeichnen. Eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung im Herbst vergangenen Jahres prophezeit beispielsweise München, Leipzig und Dresden zweistellige Zuwachsraten. Kurzum: Viele Verwaltungen und Behörden setzen auf moderne Technik, um leistungsfähiger und attraktiver zu sein. Frei nach Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit kann man dazu ergänzen: „Und das ist auch gut so“.
Nicht übersehen sollten die technikbegeisterten Städte und Gemeinden jedoch, dass selbst die pfiffigste Smartphone-App wertlos ist, wenn die dahinter stehende Infrastruktur mangelhaft ist. Mobiler, breitbandiger Datenverkehr basiert nämlich nicht ausschließlich auf „smarten“ Mobilfunknetzen. Die heutigen Mobilfunknetze wären nahezu nutzlos, wenn nicht leistungsfähige, kabelgebundene Weitverkehrs-Infrastrukturen vorhanden wären. Den steigenden Bedarf nach extrem schnellen Weitverkehrsnetzen auf Basis von Glasfaser hat Versatel frühzeitig erkannt.

Eine Übersicht der Bertelsmann Stiftung zeigt: Einige Städte können mit teils massiven Einwohnerzuwächsen rechnen. (Quelle: Bertelsmann Stiftung)

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