23.08.2013 von Jana Wessel

Junge Manager wollen mehr Blickkontakt

Eine weltweite Studie von Cisco bringt es an den Tag: Die meisten Jungmanager setzen in ihrem Job stärker als frühere Generationen auf Videokonferenzen in der Kommunikation mit Team-Mitgliedern, Kollegen, Lieferanten, Kunden und Interessenten. Und das, obwohl sie eigentlich kamerascheu sind.

Die Mehrheit der angehenden Führungskräfte würde lieber für ein Unternehmen arbeiten, das Videokommunikation einsetzt. Sie gehen davon aus, dass sich ein solches Unternehmen um die Nutzung von Technologie als Antrieb für Geschäftswachstum kümmert. Viele Jungmanager meinen, dass Videokommunikation längst nicht mehr nur eine nette technische Spielerei, sondern ein wichtiger Baustein für den geschäftlichen Erfolg ist. Sie sind davon überzeugt, dass Videonutzung die Produktivität erhöht und die Kosten reduziert. Auch beim Vertrieb neuer Produkte und Services könnte Video nach Einschätzung des Führungskräfte-Nachwuchses künftig einen entscheidenden Beitrag leisten.

Konkret glauben drei von fünf jungen Führungskräften, dass sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren häufiger hochqualitative Videokonferenzen nutzen werden. In Deutschland sind es 60 Prozent. Damit gehen die 1.300 für den “Cisco Global Young Executives’ Video Attitudes Survey“ befragten Jungmanager unter 34 Jahren in der Kommunikation neue Wege: Sie setzen auf das direkte Gespräch mit Blickkontakt und die gemeinsame Nutzung oder Bearbeitung von Inhalten in Echtzeit, ohne dafür lange Reisen in Kauf nehmen zu müssen. Neben der Reduktion von Reisekosten gehen die Befragten davon aus, dass Videokommunikation die Möglichkeiten der Mitarbeiter verbessert, im Home Office zu arbeiten. Auch beim Abbau von Sprachbarrieren könnte die Videotechnologie helfen, so die Einschätzung.

Trotz der positiven Beurteilung der Videotechnik wurde im Rahmen der Befragung deutlich, dass viele angehende Führungskräfte eigentlich ausgesprochen kamerascheu sind. Im weltweiten Vergleich sind die Deutschen besonders besorgt, dass die Teilnehmer einer Videokonferenz etwa ihren chaotischen Schreibtisch erblicken könnten. 44 Prozent der Befragten finden es außerdem lästig, dass sie in der Zeit nichts essen können, und 41 Prozent möchten nicht im T-Shirt oder in anderer Freizeitkleidung gesehen werden.

Damit die Videokommunikation in den Unternehmen zum alltäglich genutzten Instrument wird, gibt es jedoch nach Einschätzung der Jungmanager weltweit in vielen Firmen noch einiges zu tun. So ärgern sich viele über die bislang geringe Qualität bei Videoübertragungen, die selbst interne Meetings zur Geduldsprobe werden lassen. Qualitativ hochwertige Videoübertragungen und die dafür erforderlichen zuverlässigen, breitbandigen Infrastrukturen sind daher die zentrale Voraussetzung, damit die Kommunikations-Vision der Jungmanager in den Unternehmen zum Geschäftsalltag werden kann.

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