25.07.2013 von Norbert Fritsche

Ethernet vernetzt die Welt

Wohl jeder, der schon einmal zwei Computer miteinander verbinden wollte, hat den Begriff „Ethernet“ zumindest einmal gelesen oder gehört. Doch was genau steckt hinter diesem technologischen Begriff?

Konzipiert war die Ethernet-Technologie ursprünglich, um Computer und Peripheriegeräte in einem lokalen Netzwerk (LAN) – also beispielsweise innerhalb eines Bürogebäudes - miteinander zu verbinden. Das ursprüngliche Konzept sah dabei vor, dass die Daten paketweise, aber ohne festes Zeitraster von A nach B gelangen. Obwohl quasi ein fester „Fahrplan“ für den Datenversand fehlte, wurde aus der Vernetzungstechnik ein weltweiter Bestseller, der – kontinuierlich weiterentwickelt – bis heute kleine und große Netzwerke verbindet.

Dabei sind heute Übertragungsraten von 10 Megabit/s, 100 Megabit/s, 1000 Megabit/s  bis 100 Gigabit/s spezifiziert. Während sich das Ethernet ursprünglich nur innerhalb eines Gebäudes ausdehnen sollte, kann ein modernes Ethernet über Glasfaser eine Reichweite von 10 Kilometern und mehr überbrücken.

Die Geschichte der Ethernet-Technologie geht weit zurück – bis in die 1970er Jahre. Im PARC (Palo Alto Research Center), einem weltweit renommierten Forschungslabor der Firma Xerox, wurde die Technologie entwickelt. Als Vorbild bei der Entwicklung soll das Funknetz Aloha gedient haben. Der Name war Programm, denn Aloha bildete eine funkbasierte Datenverbindung zwischen den Hawaii-Inseln. So beruht der Name Ethernet (zu deutsch: Äthernetz) darauf, dass einst auf Hawaii Informationen per Funk – über den Äther – übertragen wurden.

Führender Wissenschaftler bei der Ethernet-Entwicklung war Robert Metcalfe. Als Ethernet 1973 erstmals vorgestellt wurde, handelte es sich freilich noch nicht um ein standardisiertes Produkt. Erst als Metcalfe Ende der 1970er Jahre bei Xerox ausstieg und selbst den Netzwerkhersteller 3Com gründete, gelang es ihm, mehrere, namhafte Firmen wie Intel und DEC in Sachen Ethernet zur Zusammenarbeit zu bewegen. Der Erfolg lies dennoch auf sich warten: Erst als 1985 der Ethernet-Standard auch als internationaler Standard ISO/DIS 8802/3 veröffentlicht wurde, unterstützten ihn innerhalb kurzer Zeit über hundert Herstellerfirmen.

Heute ist Ethernet eine Familie von Netzwerktechniken, die vorwiegend in lokalen Netzwerken, aber auch zur Verbindung großer Netzwerke zum Einsatz kommt. Während einst für das Aloha-Netz auf Hawaii die Luft als Übertragungsmedium diente, nutzt klassisches Ethernet ein Koaxialkabel, das verschiedene Computer in einer Bus-Topologie miteinander verbindet. Weiterentwicklungen basieren auf Twisted-Pair- und Glasfaserkabeln, wodurch höhere Übertragungsraten möglich sind. Für seine Verdienste um die Entwicklung des Ethernets wurde Robert Metcalf im Jahr 2003 mit der amerikanischen „National Medal of Technology“ ausgezeichnet.

 

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