20.09.2013 von Ina Neuhaus

Das digitalisierte Auto ist keine Zukunftsmusik

Trendforscher wie Sven Gabor Janszky, Direktor des Trendforschungsinstituts „2b AHEAD ThinkTank“, gehen davon aus, dass bis 2020 die Digitalisierung des Autos für mehr Veränderungen im Straßenverkehr sorgen wird als beispielsweise die Nutzung von Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Das digitalisierte Auto fährt – voll vernetzt – von ganz alleine.

Wer meint, die Innovationen in der Automobilbranche beschränken sich auf immer voluminösere SUV-Modelle, der liegt falsch. Wer die diesjährige Automobilausstellung IAA in Frankfurt besucht hat, der konnte sehen, dass in der Kfz-Branche weit über aktuelle Modeerscheinungen hinaus nachgedacht wird. Fahrzeuge mit Spritspartechnik, mit Hybridantrieb und reine Elektroautos sind dabei ein wichtiger Bestandteil der „Evolution“. Vieles hängt jetzt von einer besseren Infrastruktur für E-Mobile und von der Entwicklung der Energiepreise ab.

Neben effizienteren Antriebstechnologien stehen uns aber noch viele andere Neuerungen ins Haus – oder besser gesagt – ins Fahrzeug. So können die Käufer eines bayrischen Autoherstellers künftig Multimediainhalte über eine Breitband-Anbindung via WLAN-Hotspot direkt aus der Cloud ins Auto streamen. Fahrer und Mitreisende wählen ihr persönliches Programm aus Videos, TV, Hörbüchern und vielem mehr. Nun könnte man sagen: Schön – aber wer braucht noch mehr Berieselung unterwegs? Gerade der Fahrer wird durch Videoprogramme unnötig abgelenkt, auch wenn diese eigentlich für die lieben Kleinen auf dem Rücksitz gedacht sind.

Doch weit gefehlt: Die fortschreitende Digitalisierung wird in absehbarer Zeit dafür sorgen, dass der Fahrer gar nichts mehr tun muss - zumindest auf Langstrecken wird wie im Flugzeug einfach der Autopilot aktiviert. Zukunftsmusik? Keineswegs! Der Stuttgarter Mitbewerber zeigte auf der IAA das Luxusmodell S-Klasse als selbstfahrendes Auto. Kein Prototyp, sondern nahezu serienreife Technologie.

Aus Sicht von Sven Gábor Jánszky, ist die Neuvorstellung keine Überraschung. Jánszky rechnet damit, dass die in der Pkw-Oberklasse bald verfügbare Technologie im Jahr 2020 schon zum Standard gehören wird. Durch das autonome Fahren braucht der Fahrer lediglich noch das Fahrziel einzugeben, die Kontrolle überlässt er dann vollständig der Elektronik. Auf der Reise kann er folglich getrost Filme schauen oder E-Mails beantworten.

Vermutlich wird dann der Begriff "Fahrspaß" auch eine neue Dimension bekommen.


Gerade auf den oft überfüllten Autobahnen hierzulande werden wir nach Einschätzung des Forschers zudem schneller ans Ziel kommen. Nicht etwa, weil der Autopilot ein Raser ist, sondern weil die Autos besser aufeinander abgestimmt gleichmäßig in Kolonnen fahren werden, wodurch es seltener zu Staus kommt.


Möglich wird die Autofahrt in die Zukunft einerseits durch hochentwickelte Sensoren, die künftig in Autos verbaut werden. Für die Übertragung von Filmen, Musik, Hörbüchern oder Verkehrsinformationen wird es aber mehr denn je auf leistungsstarke, zuverlässige Netze ankommen.


((Bildquelle: Lutz Stallknecht  / pixelio.de))

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