05.12.2012 von Jana Wessel

Cloud-Wachstum erfordert leistungsfähige Partner

Eine Studie von Parallels bringt es an den Tag: Immer mehr Mittelständler drängen in die Cloud und planen die Nutzung Cloud-basierter Dienste. Der Bedarf an leistungsfähiger Infrastruktur steigt demzufolge. Umso wichtiger ist es, sich die Partner vor dem Cloud-Ausbau genau anzusehen und mit Bedacht auszuwählen.

Das Thema Cloud Computing mag in diesem Jahr inflationär in den einschlägigen Fachmedien bejubelt worden sein. Tatsächlich wird es dort oft sehr einseitig beleuchtet und nur selten wird aufgezeigt, wie variantenreich die Lösungsmöglichkeiten oft sind. Dennoch kann man sagen, dass die Cloud in diesem Jahr in den Köpfen angekommen ist. Vom Privatanwender bis zum unternehmerischen Entscheider ist inzwischen fast jeder mehr als rudimentär informiert.

Der Software-Lösungsanbieter Parallels wollte es genauer wissen und hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal eine bundesweite Untersuchung zum Thema Cloud-Dienstleistungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (SMB) durchführen lassen. 400 deutsche SMBs unterschiedlicher Größen und Branchen gaben Auskunft zur Nutzung von Cloud-Services und über ihre Zukunftspläne hierzu.

Basierend auf dieser Untersuchung ist der Markt der Cloud-Dienstleistungen für SMBs in Deutschland in diesem Jahr um 13 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gewachsen. Für die Jahre 2013 und 2014 rechnet Parallels mit einem weiteren Anstieg um 17 Prozent pro Jahr. Das prognostizierte Wachstum wird dabei zu einem großen Teil von Unternehmen verursacht, die Cloud-Services bereits nutzen und nun zusätzliche Applikationen und Funktionen benötigen. Der Parallels-Untersuchung zufolge unterscheiden sich die Bedürfnisse und Pläne der Firmen sehr deutlich, je nachdem wie groß sie sind und in welcher Branche sie tätig sind.

Unter den Cloud-Anwendern macht die Studie drei große „Fraktionen“ aus: So gibt es einerseits die Cloud-Einsteiger. Dies sind Unternehmen, die derzeit keine eigene IT-Infrastruktur nutzen und in Erwägung ziehen, direkt in die Cloud einzusteigen, ohne zuvor in selbstbetriebene IT-Systeme zu investieren. Cloud-Umsteiger sind Firmen, die hauptsächlich mit Inhouse-Lösungen arbeiten. Viele dieser Firmen planen, auf gehostete Services umzusteigen. Die dritte, identifizierte Gruppe sind Cloud-Aufsteiger: Sie nutzen bereits Cloud-Services, wollen aber mittelfristig neue oder erweiterte Cloud-Angebote einsetzen.

Für die Anbieter von Cloud-Lösungen ist es der Studie zufolge besonders wichtig, die Anwender gut zu kennen und zu verstehen, nach welchen Kriterien sie Entscheidungen treffen. Wo der deutsche Mittelstand bereits Cloud-Lösungen einsetzt, hat die Untersuchung sehr genau zu Tage gefördert. So nutzen 21 Prozent der befragten Unternehmen gehostete Server. Viele Firmen werden der Parallels-Untersuchung zufolge auf eine Cloud-Lösung umsteigen, sobald ihre Inhouse-Server ersetzt werden müssen. Im Laufe der nächsten drei Jahre könnten deshalb 400.000 neue, gehostete Server entstehen.

Kleinstunternehmen mit einem bis neun Mitarbeitern machen fast 85 Prozent der SMB-Gruppe aus. Hier ermittelte die Untersuchung, dass 64 Prozent in den nächsten drei Jahren gehostete Server nutzen wollen. Große Zuwächse wird es der Studie zufolge auch im Bereich der Webpräsenzen geben: So wollen 40 Prozent der mittelgroßen Firmen (50 bis 250 Mitarbeiter) ihre bislang selbst gehosteten Webseiten in externe Web-Hosting-Pakete umwandeln.

Ein sehr großes Wachstum erwartet die Untersuchung im Bereich der gehosteten Kommunikationslösungen: Demnach nutzen derzeit gerade einmal sieben Prozent der SMBs kostenpflichtige Business-Class E-Mail-Services und nur drei Prozent der Firmen eine gehostete PBX. Parallels zufolge werden in den nächsten Jahren diese beiden Cloud-Services mit einem jährlichen Wachstum von 47 Prozent zu den am schnellsten wachsenden Bereichen gehören.

Großen Zuspruchs erfreuen sich bereits Business-Applikationen aus der Cloud. In der befragten Zielgruppe nutzen heute schon 60 Prozent von ihnen eine oder mehrere kostenfreie oder kostenpflichtige Online-Applikationen. Die am häufigsten genutzten Business-Applikationen sind Telefonkonferenz-Services (von 31 Prozent der SMBs), Instant-Collaboration-Services (19 %) sowie Online-Backup- und -Datenspeicher-Services (16 %). Die in den nächsten drei Jahren am schnellsten wachsenden Applikationen werden Instant-Collaboration-Services (bei 24 % der SMBs geplant), Telefonkonferenz-Services (bei 15 % geplant) und Webkonferenz-Services (bei 13 % geplant) sein.

Die vollständige Studie kann kostenlos heruntergeladen werden. Abschließend lässt sich sagen, dass der deutsche Mittelstand mehrheitlich nicht mehr darüber diskutiert, ob Cloud-Lösungen eingesetzt werden sollen oder nicht. Vielmehr geht es in den meisten Firmen darum, in welchen Bereichen man gezielt Cloud-Services verwendet und ob man diese Dienste noch erweitert. Wer Cloud-Services umfangreich nutzt, sollte deshalb unbedingt Partner mit leistungsfähiger, zukunftssicherer Infrastruktur auswählen. Wer seine Partner vor dem Cloud-Ausbau nicht genau ansieht und mit Bedacht auswählt, handelt unternehmerisch fahrlässig.

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