19.02.2013 von Jana Wessel

Mobiler Datenverkehr auf der Überholspur - Cisco VNI Global Mobile Data Traffic Forecast

»Ich bin nicht im Büro und habe deshalb keinen Zugriff auf meine E-Mails«: diese Botschaft wird man künftig sicher immer seltener lesen. Immer mehr Menschen nutzen das Internet auch unterwegs und treiben den mobilen Datenverkehr damit kräftig in die Höhe.

Ein Ende dieses Wachstums ist nicht in Sicht. So soll der mobile Datenverkehr laut einer jetzt veröffentlichten Studie bis 2017 global um das Dreizehnfache ansteigen. Die jährliche Wachstumsrate wird 66 Prozent betragen, so das Ergebnis des Cisco Visual Networking Index (VNI) Global Mobile Data Traffic Forecast. Am schnellsten wächst das mobile Datenauskommen in Afrika und dem Nahe Osten mit jeweils 77 Prozent. Hierzulande geht es nicht ganz so schnell, die Tendenz zeigt trotzdem steil nach oben: So wird für Deutschland bis 2017 ein jährliches Durchschnittswachstum des mobilen Datenverkehrs von 60 Prozent erwartet.

Experten sind sich sicher: In den nächsten zehn Jahren wird sich das Gesamtvolumen des mobilen Datenverkehrs mehr als verzehnfachen. Damit stehen wir an der Spitze bei der Verbreitungsgeschwindigkeit mobiler Anwendungen. Für die meisten Deutschen gehört das Internet längst zu ihrem Alltag, was auch ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zeigt, in welchem das Internet zum Grundbedürfnis erklärt wird. Auch dem mobilen Internet messen immer mehr Experten eine solche Bedeutung zu, denn es gewährleistet den Zugriff auf Informationen unabhängig vom Standort des Anwenders.

Ob Smartphone oder Tablet und Co.: die stetige Zunahme internetfähiger Mobilgeräte treibt das Wachstum zusätzlich an. Ihre weltweite Zahl soll bereits 2017 die der Erdbevölkerung (rund 7,6 Milliarden) bei weitem überschritten haben. In Deutschland sollen zu diesem Zeitpunkt 188 Millionen mobile Geräte im Einsatz sein, 2012 waren es erst 119 Millionen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) des mobilen Gesamtdatenvolumens soll dann über Smartphones laufen. Unglaubliche 11,2 Exabyte (EB) Daten sollen 2017 pro Monat und 134 EB Daten im Jahr mobil übertragen werden. Damit entspricht der mobile Datenverkehr auf dem Globus den Experten zufolge in etwa dem Datenvolumen, das entstehen würde, wenn die gesamte Erdbevölkerung ein ganzes Jahr lang digitale Bilder versenden würde, also drei Billionen Bilder im Jahr.

93 Prozent des mobilen Datenverkehrs sollen von Smartphones, Tablets und Laptops ausgehen. Der Anteil von Maschine-zu-Maschine-Kommunikation am Datenverkehr fällt den Prognosen zufolge mit nur rund fünf Prozent recht moderat aus.

Nicht nur der reine Anstieg des mobilen Datenverkehrs sondern vor allem die Art dieser Daten wird die Mobilfunkbetreiber in den kommenden Jahren in Atem halten. Denn einen rasanten Anstieg wird es vor allem bei der mobilen Cloud- und Video-Nutzung geben, was enorm hohe Anforderungen hinsichtlich der Flexibilität und Skalierbarkeit der zugrunde liegenden Netzwerkinfrastruktur stellen wird. Herausforderungen, die Mobilfunkbetreiber nur meistern können, wenn sie sich Partner mit gut ausgebauter Netz-Infrastruktur an ihre Seite holen.

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