07.01.2013 von Folker Lück

Was sich 2013 alles ändert

Man kann die selige Miss Sophie aus „Dinner for One“ zitieren: „The same procedure as every year“. Alle Jahre wieder sorgen gesetzliche Änderungen am Jahresanfang dafür, dass Freiberufler, Selbständige und Unternehmen neue Paragraphen, Vorschriften und – nicht zuletzt – Abgaben beachten müssen. Wer etwas übersieht, kann sich auf böse Briefe diverser Behörden einrichten.

Die Einführung der neuen Rundfunkgebühr kann für manche Firmen richtig teuer werden: Im gewerblichen Sektor richtet sich jetzt die Höhe des Beitrags nach der Anzahl der Betriebstätten, Beschäftigten und Kraftfahrzeuge. Während Kleinunternehmen lediglich 5,99 Euro pro Monat kalkulieren müssen, müssen Firmen mit vielen Niederlassungen oder Filialen tief in die Tasche greifen. Ein Beispiel: Eine Bäckerei-Kette mit 10 Filialen und 55 Mitarbeitern muss ab sofort rund 1.200 Euro jährliche Kosten einkalkulieren. Besonders ärgerlich ist der Abgabenzwang sicherlich dann, wenn TV und Radio in der Betriebsstätte gar nicht genutzt werden. Die bisherige Gebühreneinzugszentrale (GEZ) heißt nun übrigens „Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio“.

Private und geschäftliche Anwender betreffen Neuerungen im Bereich der Telekommunikation. So werden mobile Telefongespräche im europäischen Ausland erneut preiswerter. Ab dem 1. Juli 2013 beträgt die Preisobergrenze für ausgehende Telefonate 24 Cent pro Minute. Vorher waren es 29 Cent. Die Telefonminute für eingehende Anrufe darf maximal sieben Cent kosten (vorher acht Cent). Der Preis für SMS aus dem EU-Ausland sinkt von 9 Cent auf 8 Cent. Auch die Nutzung von Datentarifen wird günstiger, ein Megabyte kostet ab Juli maximal 45 Cent nach zuvor 70 Cent.

Wichtig für alle Unternehmen mit Call Center: Ab Juni 2013 dürfen Warteschleifen im Grundsatz nur noch kostenfrei angeboten werden. Ausnahmen bestehen zum Beispiel für ortsgebundene Rufnummern oder Mobilfunknummern. Verstößt der Anbieter gegen diese Vorgaben, so entfällt sein Entgeltanspruch künftig ganz und der Anruf ist für den Verbraucher kostenfrei.

Zum Standard wird jetzt auch die E-Bilanz: Unternehmen müssen für das Wirtschaftsjahr 2013, das am 1. Januar 2013 oder unterjährig beginnen kann, zwingend eine E-Bilanz abgeben. Bilanzierungspflichtige Unternehmen müssen dann ihre Jahresabschlussdaten für steuerliche Zwecke nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln. Von der Verpflichtung zur Übermittlung der E-Bilanz sind rund 1,35 Millionen Unternehmen betroffen.

Auch die Lohnsteuerkarte hat ausgedient. Sie wird jetzt durch das Verfahren zum Abruf elektronischer Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ersetzt. Die Arbeitgeber rufen hierfür jetzt die für die Lohnsteuerabrechnung notwendigen Steuerdaten (Steuerklasse, Kinderfreibeträge etc.) ihrer Angestellten aus einem zentralen Datenpool der Finanzverwaltung ab. Diese Angaben wurden zuvor vom Finanzamt auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.

Umsatzsteuervoranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen von Unternehmen und Selbständigen erfordern ab sofort eine elektronische Authentifizierung. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Allen gemeinsam ist die Notwendigkeit einer vorherigen Registrierung auf der Seite elsteronline.de. Da es bei der Registrierung zu Wartezeiten kommen kann, sollte sie so schnell wie möglich vorgenommen werden.

Im Zuge der Digitalisierung sinken die Aufbewahrungsfristen: Mussten steuerlich relevante Unterlagen bisher zehn Jahre lang aufgehoben werden, so verlangt der Gesetzgeber jetzt nur noch eine Frist von acht Jahren. Ab 2015 müssen Unternehmer ihre Geschäftsunterlagen sogar nur noch sieben Jahre lang aufbewahren.

Ein neues, europäisches Cybercrime-Zentrum soll die Bekämpfung der wachsenden Computer- und Internetkriminalität innerhalb Europas zu verbessern: Seit Monatsbeginn hat das Europäische Cybercrime Centre bei Europol in Den Haag seinen Dienst aufgenommen. Erklärtes Ziel ist eine grenzübergreifende Zusammenarbeit der einzelnen Länderbehörden. Das Zentrum soll Informationen bündeln, bei Ermittlungen unterstützen und einheitliche Abwehrstrategien für die EU-Länder entwickeln.

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de
 

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